Wochenendfreizeit in Bad Homburg

Glaube - ein Vertrag mit Gott

Glaube ist ein ganz wichtiger Begriff in der Bibel. Vor allem das Neue Testament spricht sehr viel über den Glauben. Was wir heute im Neuen Testament lesen ist eine Übersetzung aus dem Griechischen, der damaligen Weltsprache als die Briefe und Berichte des Neuen Testamentes geschrieben wurden. Das griechische Wort für „Glauben“ lautet „pistis“ und ist verwandt mit „peitho“.

Ein Wort kann je nach Verwendung und Sachzusammenhang unterschiedlich übersetzt werden. So kann „pistis“ auch mit Vertrauen übersetzt werden sowie Treue, Zuverlässigkeit, Schwur oder Beweis. So wird zum Beispiel im Römerbrief (Kapitel 3, Vers 3) das Wort pistis mit Treue wiedergegeben: „Was ist denn, wenn einige nicht geglaubt haben? Sollte ihr Unglaube Gottes Treue aufheben?“ In Apostelgeschichte 17 Vers 31 wird das gleiche Wort mit Beweis übersetzt, wenn es heißt „Denn er hat einen Tag gesetzt, an dem er die bewohnte Erde richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat; und er hat allen den Beweis dafür gegeben, indem er ihn von den Toten auferweckte.“ Das Wort „peitho“ bedeutet überzeugen, überreden oder gewiss sein, sich sicher sein. Auch die Bedeutung von gehorchen ist im Wort „peitho“ enthalten.

Nicht unsere Ideen bilden die Basis für unseren Glauben. Unser Glaube basiert auf Gott und steht im Zusammenhang mit seinen Werken. Den Anfang macht also Gott. Denn er hat mit uns Menschen einen Bund geschlossen, der auch als der Neue Bund bezeichnet wird.1 Dieser Bund ist ein unbefristeter Vertrag.2 Er wurde durch den Tod von Jesus besiegelt, indem sein Blut vergossen wurde. Gott hat seine Unterschrift bereits darunter gesetzt, indem er Jesus von den Toten wieder auferweckte.3 Gott hat diesen Vertrag somit zuerst unterschrieben. Ob wir darin einwilligen, liegt an uns. Unsere Unterschrift setzen wir durch den Glauben und die Taufe unter diesen Vertrag. Nur wenn wir einwilligen, haben wir Anteil an diesem Bund und den vielen Verheißungen Gottes.4 Entscheidend ist hierin der Glaube.

Dieser Vertrag, den Gott mit den Menschen gemacht hat, ist mit der Person von Jesus Christus untrennbar verbunden. Die größten und bedeutungsvollsten Verheißungen, die Gott den Menschen geben will, sind nur in Jesus Christus zu finden.5 In ihm ist die die ganze Fülle Gottes verkörpert6, d.h. wir können in Christus den lebendigen Gott kennenlernen7, so wie er ist. In ihm sind alle unsere Sünden vergeben8, d.h. Gott wird uns nicht verdammen9 sondern wir sind gerechtfertigt in Christus10. In ihm sind wir mit Gott versöhnt und haben Anteil am göttlichen Leben11, d.h. wir empfangen bereits heute ewiges Leben – ein neues Leben, das bleibt. In ihm sind wir auch Erben der zukünftigen Welt, wir werden mit Christus regieren.12

Gemäß dieses Vertrages wird Gott seine Leistungen uns gegenüber erbringen, wenn auch wir diesen Vertrag unterschreiben werden. Alle Voraussetzungen hat er dafür in Christus Jesus geschaffen. Somit ist unser Glaube auf Jesus Christus ausgerichtet.

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1 Mt. 26:28 und Luk. 22:20

2 Hebr. 13:20

3 Apg. 13:32-33; 17:31; Röm. 4:25

4 2.Petr. 1:3-4; Eph. 2:11-13; 1:13-14

5 2.Kor. 1:20; Eph. 3:6; 2.Petr. 1:4; Röm. 8:32

6 Kol. 1:19; 2:9

7 Hebr. 8:11; Kol. 1:15

8 Kol. 1:14

9 Röm. 8:1

10 Gal. 2:16

11 2.Petr. 1: 4; Joh. 3:15; 1.Joh. 2:25

12 Offb. 22:5; 5:10 Hebr. 2:5

 

Glaube - ein Geschenk von Gott

Der Glaube, um den es im Neuen Testament geht, ist fähig uns in die Wirklichkeit der göttlichen Dingen hineinzuführen und sie uns aufzuschließen. Dieser Glaube kommt nicht aus uns, obwohl jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, an irgendetwas zu glauben. Aber wenn die Bibel vom Glauben spricht, meint sie meistens etwas anderes. Es geht um etwas, das aus Gott kommt und in unseren Herzen eine Reaktion hervorruft, die vorher nicht da war.

Daher heißt es in der Bibel, dass der Glaube aus dem Hören entsteht.i Da Gott lebendig ist, möchte er zu uns sprechen. Dies können wir erfahren, wenn wir Menschen zuhören, die über Jesus reden, oder wenn wir in der Bibel über Jesus Christus und seine Taten etwas lesen.ii Ist unser Herz bereit zu hören, wird Gottes Geist unser Herz berühren. Selbst wenn wir aus unserer Vernunft heraus gegen das, was wir hören oder lesen, argumentieren wollen, gibt es doch in unserem Inneren etwas, das dem zustimmt. Eine ähnliche Erfahrung machen wir manchmal, wenn wir in einer Situation sind, in der unser Gewissen reagiert und uns zurechtweist, obwohl wir vernunftsmäßig unsere Reaktionen rechtfertigen. In gleicher Weise reagiert der Glaube in uns und überführt uns in der Weise, dass wir beginnen die göttlichen Dinge zu verstehen. Unsere Denkweise verändert sich langsam. Wenn in der Bibel von Buße die Rede ist, bezieht sich dies auf eine innere Haltung und bedeutet ein Umdenken.iii

Den Glauben, um den es hier geht, produzieren wir also nicht selber. Er entsteht, wenn Gott zu uns spricht. Es sind nicht unsere Vorstellungen und Ideen, die wir verwirklichen wollen, sondern es ist ein Geschenk, das wir von Gott empfangen. Dadurch lernen wir die Dinge kennen, die uns bisher verschlossen waren.iv Es braucht nur unsere Bereitschaft, dieses Geschenk anzunehmen.

Auch in unserem weiteren Christenleben bleibt dieser lebendige Glaube, der aus Gott kommt, unsere Basis, um mit Gott und mit anderen gläubigen Menschen Gemeinschaft zu haben. Es geht nicht um Glaubenssätze, die wir vertreten, sondern darum, dass wir in dieser Gemeinschaft weiterhin Gottes Stimme hören. „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verhärtet eure Herzen nicht.“v

Gottes Sprechen führt uns zu Jesus Christus, der nach seiner Kreuzigung von den Toten auferweckt wurde und heute lebt. Einerseits ist er aufgefahren und sitzt zur Rechten Gottes, auf der anderen Seite ist er als der Geist der Wahrheit wieder zu uns gekommen, um durch den Glauben in uns hineinzukommen und in uns zu leben.vi Dies ist geheimnisvoll.vii Es übersteigt unsere begrenzte Vorstellungskraft. Aber durch den Glauben erfassen wir durch den Geist, den Gott uns gibt, diese Wirklichkeit und können immer mehr die Dimensionen Gottes ergreifen. „Denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“viii

Noch am Ende der Bibel wird die Wichtigkeit betont, das Sprechen Gottes mit einem offenen Herzen anzunehmen.ix Wir können über Gottes Wort diskutieren, dann hilft es uns gar nichts, oder wir verbinden es mit dem Glauben, der bereits in unseren Herzen wirkt.x Dann empfangen wir den ganzen Segen Gottes, alle Verheißungen, die er für uns bereit hält – nicht nur für die Zukunft, sondern schon im gegenwärtigen Leben.xi

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Römer 10:17

ii 1.Thessalonicher 2:13

iii 1.Thessalonicher 1:8-10

iv 2.Petrus 1:1-4

v Hebräer 3:7-8

vi Johannes 14:16-20; 1.Korinther 15:45; 2.Korinther 3:17

vii Kolosser 1:26-27

viii Epheser 3:18; 1.Korinther 2:10

ix Offenbarung 3:14+22; 22:17

x Hebräer 4:2

xi Markus 10:29-30; 1.Timotheus 4:8

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