Der Leib Christi, die Gemeinde,
Ausdruck von Gottes Herrlichkeit
II. Die Erfahrung von Tod und Auferstehung für den Aufbau des Leibes Christi
Die Gemeinde ist für Christus das Kostbarste
Der Leib Christi, die Gemeinde, ist für Gott sehr wichtig und kostbar. Dies kommt in den Versen 45 bis 46 von Matthäus 13 gut zum Ausdruck. Hier wird beschrieben, wie ein Kaufmann eine sehr kostbare Perle fand und daraufhin alles verkaufte, was er hatte, um sie zu kaufen. Das zeigt die Haltung von unserem Herrn Jesus. Er hat sein ganzes Leben hingegeben, um sich die Gemeinde zu erkaufen, sie zu erlösen (Apg. 20:28; Eph. 5:23). Die Gemeinde ist wirklich so kostbar für Gott. Ich habe gar keine Worte, das auszudrücken. Aber durch den Geist bekommen wir auch solch eine Wertschätzung für den Leib Christi.
Wenn mein Leib nicht funktioniert, kann ich nicht viel machen. Genauso ist auch der Herr von seinem Leib abhängig. Jedes Glied des Leibes ist wichtig. Wenn es irgendeine kleine Wunde gibt, und sei es nur ein leichter Kratzer an der Haut, fühlt man sich nicht mehr wohl. Es stört einen. Genauso ist es im Leib Christi. Der Leib Christi ist ein Wunderwerk, ein Meisterwerk Gottes. Dafür hat er alles gegeben. Dafür ist er ans Kreuz gegangen. Wie es in Hebräer Kapitel 12 Vers 2 heißt, hat er um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldet. Jesus hatte sicherlich nicht nur den Thron vor Augen, sondern bereits die Gemeinde, die er sich herrlich darstellen wollte.
Der Tod Christi ist für seinen Leib
Die Gemeinde kam durch seinen Tod und seine Auferstehung hervor. Wir wissen alle, dass der Herr für uns Sünder gestorben ist. Und das ist auch richtig und wichtig. Aber die Erlösung von unseren Sünden und die Errettung aus dem Reich der Finsternis ist für ein höheres Ziel geschehen. Jeder Mensch, der aus dem Reich der Finsternis gerettet wird, der die Sündenvergebung und ein neues Leben empfängt, ist dazu gerettet, ein Glied des Leibes Christi zu sein. Das müssen wir einfach erkennen.
In Johannes Kapitel 11 wird in den Versen 50 bis 52 durch die Aussage des Hohenpriesters deutlich, dass Jesus auch deshalb sterben musste, um die Kinder Gottes, die zerstreut waren, in eins zusammenzubringen. Er ist gestorben, um alle Kinder Gottes, alle die gerettet sind, alle die das Leben des Herrn empfangen haben, zusammenzubringen. Eigentlich nicht nur um sie zusammenzubringen, sondern sie vielmehr in eins zusammenzubringen, in einem Leib, durch einen Geist, durch eine Taufe, unter Jesus Christus als dem einen Haupt. Dafür ist er ans Kreuz gegangen und hat alles vernichtet, was den Aufbau des Leibes hindern könnte.
Da die Gemeinde das Kostbarste für Gott ist, müssen wir uns aber auch darüber im Klaren sein, dass der Feind Gottes sie angreifen will. Sein Angriff zielt auf das, was für Gott wichtig ist. Aber der Herr Jesus hat den Feind bereits besiegt. Durch seinen Tod am Kreuz hat er den Teufel gerichtet und zunichte gemacht. Das zeigen uns die Verse in Johannes Kapitel 12 Verse 31 bis 33 sowie Hebräer Kapitel 2 Vers 14. Durch den Tod des Herrn am Kreuz ist der Fürst dieser Welt, der Feind Gottes, der Satan, der Widersacher, hinausgeworfen worden. Durch seinen Tod hat er den zunichte gemacht, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel. Was für ein Sieg! Der Herr hat gesagt: „es ist vollbracht“. Das ist eine Tatsache. Und im Glauben dürfen wir diese Tatsache allezeit in Anspruch nehmen. Es ist eine ewige Tatsache. Der Herr hat durch seinen Tod den Teufel zunichte gemacht!
Dennoch wird der Feind immer wieder versuchen, uns zu beeinflussen. Daher müssen wir uns auch immer wieder im Glauben auf diese Tatsache stellen. Oft kommen uns komische Gedanken über uns selber oder andere Geschwister. Das sind die feurigen Pfeile des Bösen. Aber wir können sie zurückweisen. „Herr, ich will das nicht. Herr, ich lehne das ab. Du hast den Feind schon gerichtet. Er soll keinen Raum in mir finden mit seinen feurigen Pfeilen. Herr Jesus, danke, dass du ihn besiegt hast.“ Im Epheserbrief heißt es, dass wir den Schild des Glaubens ergreifen und die feurigen Pfeile des Bösen auslöschen können (Eph. 6:16). Ich lobe den Herrn für seinen Sieg am Kreuz.
Alles Trennende wurde am Kreuz beseitigt
Jesus Christus hat alles Trennende durch seinen Tod am Kreuz beseitigt. Es gibt so viele Dinge, die uns voneinander trennen können. Wenn ich alleine bin, habe ich gar keine Probleme. Ich fühle mich so gut. Aber wenn ich mit den Geschwistern zusammen bin, knirscht es manchmal etwas. Das kommt dann von meinem alten Menschen mit seinen Sympathien oder Antipathien. Aber nicht ich habe die Glieder am Leib gesetzt, wie ich es mir vorstelle, sondern Gott hat die Glieder gesetzt, wie er es gewollt hat. Vielleicht hat er mir absichtlich ein Glied zur Seite gestellt, um mich zu behandeln. Das ist gut so. Wir brauchen diese Behandlung vom Herrn.
Der Herr hat am Kreuz auch meinen alten Menschen mitgekreuzigt (Röm. 6:6). Das ist ganz wichtig. Dieser Vers sagt aus, dass es bereits geschehen ist, es ist Vergangenheit. Es ist vollbracht. Wir kommen aus so vielen verschiedenen Nationen, Sprachen, Dialekten. Es gibt so viele Unterschiede aufgrund unserer Erziehung oder Tradition. Der eine macht es so, der andere macht es anders. Aber lobt den Herrn, der Herr hat meinen alten Menschen mitgekreuzigt. Alles was ich gelernt und mir angeeignet habe, kann ich vergessen und muss es nicht betonen. Das ist so wichtig, wenn es darum geht, mit den anderen eins zu sein. Dafür ist Jesus am Kreuz gestorben und ich mit ihm. Ich muss nichts festhalten. Im Herrn ist alles neu gemacht. Anders können wir gar nicht miteinander aufgebaut werden. Im alten Menschen passen wir nicht zusammen. Nur wenn wir bereit sind, diese Tatsache zu akzeptieren und uns im Glauben darauf zu stellen, ist Einheit möglich. Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir. Das ist die Lösung. Das ist die Voraussetzung für den Aufbau des Leibes Christi. Wie kostbar und einzigartig ist doch der Tod des Herrn.
Der Tod eines ein Mensch ist normalerweise ein trauriges und hoffnungsloses Ereignis. Das Leben ist erloschen, alle Aktivitäten sind aus und vorbei. Beim Tod des Herrn ist es anders. In seinem Tod sehen wir Gottes Herrlichkeit. Vor seinem Tod hat der Herr Jesus zum Vater gebetet: „Vater, verherrliche dich.“ Und der Vater hat bestätigt, dass er seinen Namen durch Christi Tod verherrlichen wird. Alles, was den Herrn betrifft, ist einfach einzigartig. In seiner Geburt, in seinem ganzen Leben bis hin zu seinem Tod und seiner Auferstehung war alles einzigartig und herrlich.
Lasst uns noch die Verse 14 bis 16 in Epheser Kapitel 2 anschauen. Durch seinen Tod am Kreuz hat Jesus Frieden gemacht. Er hat aus zwei Gruppen von Menschen, die niemals zusammenkommen könnten, nämlich den Juden und den Nationen, einen neuen Menschen geschaffen. Das ist wirklich ein Wunder. Denn das Gesetz hat die Juden gehindert, mit den Nationen Gemeinschaft zu haben. Es gab eine starke Abgrenzung. Durch seinen Tod hat Christus diese trennende Mauer niedergerissen. Alles was die Menschen damals getrennt hat und auch was uns heute noch trennen könnte, hat Jesus durch das Kreuz vernichtet. Der Herr ist unser Friede. Nichts soll uns mehr trennen. Der Herr hat uns befreit. Wir sind in Christus eins.
Die Auferstehung Christi ist für seinen Leib
Nachdem Jesus am Kreuz alles Negative beseitigt hat, ist er von den Toten auferstanden, um uns sein Leben austeilen zu können. Wenn der Herr nicht auferstanden wäre, dann wäre vielleicht alles, was uns trennt, beseitigt, aber es würde uns etwas fehlen. Für den Leib brauchen wir auch noch das Leben. Der Herr Jesus ist in seiner Auferstehung zum Geist geworden, der das Leben gibt (1.Kor. 15:45).
Geschwister, das ist etwas, das ich wirklich schätze. Als ich das damals entdeckt habe, dass der Herr gekommen ist, um mir Leben zu geben, hat mich das verändert. Er ist nicht nur für mich gestorben, sondern auch auferstanden, damit ich Leben habe. Es ist ein ewiges Leben, ein alles überwindendes Leben. Ich genieße das oft bei mir in der Arbeit. Der Herr hat mir ein Leben gegeben, das alles überwindet. Ich weiß nicht, wie es euch bei der Arbeit geht. Aber bei mir gibt es jeden Tag irgendwelche Probleme, die nicht lösbar zu sein scheinen. Aber ich lobe den Herrn, er hat uns ein alles überwindendes Leben gegeben. Dieses Leben ist nicht nur für mich, damit ich die Probleme an meinem Arbeitsplatz überwinde, sondern dieses Leben des Herrn in mir ist für seinen Leib. Damit ich als Glied an seinem Leib für den Herrn brauchbar bin, benötige ich sein Leben. Dass ich sein Leben auch anderweitig genieße, ist gut. Aber eigentlich haben wir es für das Leben in seinem Leib, für das Gemeindeleben empfangen. Christus ist unser Leben für das Gemeindeleben.
Gott möchte, dass wir das ewige Leben haben. In Johannes Kapitel 3 in den Versen 14 und 15 heißt es: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“ Und in Vers 36 lesen wir dann „Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.“ Wir brauchen dieses Leben, damit der Leib Christi aufgebaut werden kann.
Das ewige Leben beginnt nicht erst nach unserem physischen Tod. Es beginnt heute in unserem Geist. In Kolosser Kapitel 3 werden wir in den Versen 1 bis 4 ermutigt, uns auf dieses Leben auszurichten. Hier steht, dass wir bereits mit Christus zusammen auferweckt worden sind. Wir sind auferweckt als Glieder seines Leibes. „Oh Herr Jesus, gib uns solch ein Bewusstsein. Lass uns alle Zeit erkennen, wofür du uns auferweckt hast“. Christus ist heute unser Leben. Er ist unser Leben, damit der Leib Christi durch die Gelenke und Bänder versorgt werden kann. Der Leib wird mit Leben versorgt. Dafür braucht der Herr uns. Aber dies ist kein Aufruf, in unserem natürlichen Wesen aktiv zu werden. Lasst uns bitte keine Aktivität nach dem Fleisch entwickeln. Das Erste was für die Versorgung nötig ist, das ist unser Gebet. Unsere persönliche Gemeinschaft mit dem Herrn ist sehr wichtig. Dadurch halte ich Christus als das Haupt fest. Denn der Leib wächst aus dem Haupt heraus (Kol. 3:19; Eph. 4:15-16). Wir brauchen alle eine Beziehung zum Haupt.
Das Leben Jesu in unserem Geist kennen
Jesus Christus wurde zum Geist, der das Leben gibt (1.Kor. 15:45). Der Geist gibt das Leben, das Leben Christi und dieses Leben baut die Gemeinde auf. Als ich das erkannte, war das für mich eine große Entdeckung. Ich war bestimmt schon ein oder zwei Jahre gläubig. Da habe ich entdeckt, dass der Herr Jesus in mir wohnt. Und zwar nicht in meinen Gedanken, auch nicht in meinen Vorstellungen, meinen Fantasien, meinen Träumen. Nein, sondern in meinem Geist! Ich musste lernen, den Herrn in meinem Geist zu berühren. Wir brauchen alle diese Berührung des Herrn in unserem Geist. Ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber es geht um unseren Geist. Ohne unseren Geist zu kennen, ist es sehr schwierig, mit dem Leben Gottes in uns zusammenzuwirken.
Wir alle wissen, dass wir den Menschen vereinfacht in drei Bereiche unterteilen können. So wie es auch in 1.Thessalonicher Kapitel 5 Vers 23 erwähnt wird. Dort heißt es „Er selber aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch, und euer Geist, eure Seele und euer Leib mögen vollständig, ohne Tadel bewahrt werden bei der Ankunft unsres Herrn Jesus Christus.“ Was ihr bei mir gerade seht, ist mein Leib. Was ihr von mir hört, sind meine Gedanken, ein Ausdruck meiner Seele. Wie ich mich fühle und was ich denke, das betrifft meine Seele. Noch verborgener ist mein Geist. Seit meiner Wiedergeburt wohnt dort Jesus Christus, dort ist sein Leben. Dort in meinem Geist muss ich Jesus berühren. Er wohnt nicht in meinen Gedanken, sondern in meinem Geist. Es reicht nicht aus, nur über ihn nachzudenken. Es tut mir leid, aber ich muss zu meinem Geist durchdringen. Dort kann ich von Jesus trinken.
Es gibt einen schönen Vers in 1.Korinther Kapitel 12. Vers 13, der sagt „Denn wir sind in einem Geist auch alle in einen Leib hineingetauft worden, wir seine Juden oder Griechen, wir seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden.“ Der Geist möchte uns erfrischen. Der Geist ist wie lebendiges frisches Wasser. Der Herr möchte, dass wir ihn als den Geist täglich trinken. Er möchte uns jeden Tag mit seinem Geist füllen.
Ohne den Geist funktioniert der Leib nicht. Damit meine ich aber nicht die Geistesgaben, sondern den Geist selber. Wir reden das Wort Gottes im Geist und möchten den Geist unter uns fließen lassen. Der Geist wirkt das Leben für das Wachstum des Leibes Christi.
Thomas Gaiser
2. Mitteilung einer Wochenendkonferenz in Bonn
vom 31. Oktober bis 03. November 2024